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Kraniosakrale Therapie ®

Kraniosakrale Therapie (oder auch: Craniosakrale bzw. Craniosacrale Therapie) ist eine Behandlungsmethode, bei der feine, präzise Manipulations- und Berührungstechniken im Vordergrund stehen. Spannungen, Verhärtungen und Schmerzen hauptsächlich im Rücken, Nacken, Kopf und weiter im Bereich von Kiefer, Augen und Ohren können gelindert und aufgelöst werden. Körperliche oder seelische Blockaden und Traumatas könnnen im ganzen Körper, in den Organen oder den Gliedmaßen gespeichert sein. Die sehr achtsamen Hände und begleitendes Gespräch helfen sie anzunehmen und loszulassen.

Sanfte Berührung, achtsame geistige Begleitung und
verbindende Psychotherapie

Auch heute noch fühle ich mich bei einer Kraniosakralsitzung, wenn mein Kopf oder mein Körper so sanft berührt werden, daß ich es kaum spüre, wie auf den Boden eines sommerwarmen Sees sinken. Mein Kraniosakralrhythmus stoppt. Ich bin gleichzeitig vollkommen entspannt und klar, im Zustand der ruhevollen Wachheit, wie bei einer Meditation. Ich habe Zugang zu meinen inneren Heilkräften.

Einige Stichpunkte zu Geschichte1 und Arbeitsweise2 der Kraniosakralen Therapie: die Arbeit am Gewebe des Körpers, am Kreuzbein, an den Gehirn- und Rückenmarkshäuten und an den Kopfknochen, die beweglich und eben nicht miteinander verwachsen sind, an Gliedmaßen und Organen. Immer ist die Durchlässigkeit und Flexibilität, aber vor allem auch die Beweglichkeit im Hin- und Herschwingen des dritten Körperrhythmus neben dem Atem- und Herzrhythmus, nämlich des Kraniosakralrhythmus Gegenstand der Diagnose und Behandlung.

Während der Sitzung spürt der Klient oft bestimmte Körperteile wieder besser oder zum ersten Mal. Manchmal kann er plötzlich innere Bilder sehen oder Erinnerungen an ein erschütterndes seelisches Ereignis oder an einen längst vergessenen Autounfall werden wach.

Es kann z.B. in einem Training oder in einer Einzelsitzung vorkommen, dass sich eine Seite des Keilbeins kaum bewegt. Wenn der Therapeut vorsichtig versucht, die Bewegúng des Keilbeins in die richtige Bahn zu lenken, kann sich ein Gefühl von Entspannung, Weite und Weichheit einstellen. Es können aber auch seelische Gefühle wie z.B. Trauer, Wut oder Schuld hochkommen, die mit bestimmten Erinnerungen aus früheren Lebensetappen verbunden sind. Wenn sich der Kopf vorher nicht entspannt hat, wird er spätestens mit dieser Erinnerung "aufgehen". Es kommt nicht selten vor, dass sich nach einer solchen Sitzung auch die Familienangehörigen der Klienten oder der Klientinnen ganz anders verhalten als sonst, wenn sie nach Hause kommen. Spannungen und Aggressionen sind plötzlich verschwunden, als wenn sich die Angehörigen mitverändert hätten.

In der Tat lösen sich Verhaltensmuster der anderen Familienmitglieder auf, wenn ich entsprechend an mir arbeite, in der Jetzt- und in der Herkunftsfamilie.

Der Therapeut arbeitet während der Sitzung mit der Grundeinstellung, nur das zu unterstützen, was Körper, Seele und Geist des Klienten von selber bereit sind zuzulassen. Möglicher Widerstand ist so am wenigsten zu erwarten. Der Therapeut ist dienendes Werkzeug, er zieht einen Vorhang auf oder öffnet eine Tür.

Wenn sich durch die Kraniosakrale Therapie Blockierungen gelöst haben, ist es manchmal unverzichtbar, die Klienten psychotherapeutisch auch über die Sitzung hinaus zu begleiten, damit sich die Blockierungen nicht kurz- oder mittelfristig wieder einstellen. Wenn ich ein Symptom, einen Schmerz, eine Körperstruktur behandle, ohne seinen Sinn, seine Bedeutung zu erkennen und zu würdigen, meldet es sich oft schneller zurück, als es sich vorher eingestellt hat.

Psychotherapie allein greift in vielen Fällen aber auch zu kurz. Vorsprachliche Erfahrungen und Schädigungen sind mit ihr oft schwer zu fassen, also vor allem Störungen, die um die Geburt oder in den allerersten Lebensjahren entstanden sind.

Eine wesentliche Domäne der Kraniosakral Therapie ist auch die Behandlung von Beschwerden im Rücken-, Nacken-, Kiefer- und weiter im Kopfbereich, wie z.B. Kopfschmerzen, Migräne, Seh- und Hörprobleme oder Probleme des autonomen und Zentralen Nervensystems.

Hans Meyer

Literatur1/2: J. E. Upledger: Auf den Inneren Arzt Hören, Eine Einführung in die CranioSacral-Arbeit, Basel, 1994

     
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